Kategorie: Frankreich

  • Die Muschelhöhle (Cave aux Coquillages) in Fleury-la-Rivière

    Die Muschelhöhle (Cave aux Coquillages) in Fleury-la-Rivière

    Was ist der größte Vorteil, wenn man Freunde hat, die in der Champagne leben? Sie kennen die Orte, an denen Touristen meist einfach vorbeifahren. Genau so haben wir die Cave aux Coquillages in Fleury-la-Rivière entdeckt.

    Eingang zur Muschelhöhle

    Wenn ihr bei der Champagne nur an Weinberge, Champagnerhäuser und -keller denkt, dann wird euch dieser Ort überraschen. Mitten im kleinen Ort Fleury-la-Rivière befindet sich ein Fossilienkeller, der zeigt, dass die Region vor rund 45 Millionen Jahren einmal von einem tropischen Meer bedeckt war.

    Gang in der Cave aux Coquillages

    Meine Freundin hatte im Vorfeld eine Führung für uns gebucht. Eigentlich hätte diese Führung auf französisch stattfinden sollen, weshalb wir wohl währenddessen auf ihre Übersetzungskünste hätten angewiesen sein müssen. Denn dafür reicht mein Schulfranzösisch definitiv nicht aus. Doch wir hatten Glück und konnten uns einer Gruppe anschließen, deren Führung auf Englisch durchgeführt wurde.

    Reise durch die Zeit

    Und dann ging es endlich los in den ca 250 Meter langen Rundweg, der sich 30 Meter tief unter den Weinbergen befindet.

    Unterwegs konnte man bestaunen, wie in der Höhle noch immer Fossilien ausgegraben werden. Die Cave aux Coquillages ist nämlich noch lange nicht fertig. Der Winzer und Hobbypäontologe Patrice Legrand – der  seit 1997 die Muschelhöhle betreibt – ist immer noch damit beschäftigt, die Ausstellung stetig zu erweitern.

    Schneckenfossilien

    In einem Teil der Höhle, wo immer wieder neue, kleine Schneckenfossilien gefunden werden, durfte dann jedes Kind selbst auf Fossiliensuche gehen. Stolz hielten die beiden ihre „neuen Freunde“ – wie sie von unserem Tourguide liebevoll genannt wurden – in den Händen.

    Ausstellung in der Cave aux Coquillages
    Ausstellung in der Cave aux Coquillages

    Und dann betraten wir das absolute Highlight der gesamten Führung. Den großen Ausstellungsraum am Ende des Rundwegs. Hier wird sichtbar, mit welcher Leidenschaft die Ausstellung seit Jahrzehnten erweitert wird.

    Zum Abschluss führt der Weg noch durch den Gewölbekeller. Zwischen den Eichenfässern endete die Führung, die Naturgeschichte und Champagnerherstellung auf ganz besondere Art und Weise verbindet.

    Eichenfässer
    Große Schneckenfossilien

    Unser Fazit: Die Cave aux Coquillages ist ein außergewöhnliches Ausflugsziel für Familien und eine tolle Abwechslung zu Weinbergen und Champagnerverkostungen. Wer die Champagne einmal von einer ganz anderen Seite kennenlernen möchte, sollte diesen Ort unbedingt auf seine Liste setzen. Gerade an warmen Tagen sollte man aber seinen Pullover nicht vergessen, weil in der Höhle das gesamte Jahr über eine Temperatur von angenehmen 11°C herrscht. Für uns war dieser Ausflug eine der größten Überraschungen unseres Wochenendes in der Champagne – gerade weil wir mit so etwas überhaupt nicht gerechnet hatten.

    📌 Auf einen Blick: Alle Fakten zur Cave aux Coquillages

    • Lage: Die Cave aux Coquillages liegt in Fleury-la-Rivière
    • Führung: Besichtigt wird die Muschelhöhle im Rahmen einer Führung. Der Rundweg führt etwa 250 Meter durch die unterirdischen Gänge. Aktuelle Informationen zu Führungen, Öffnungszeiten und Preisen findet ihr direkt auf der Seite der Cave aux Coquillages
    • Unter der Erde: Die Höhle liegt rund 30 Meter unter den Weinbergen – und hier unten herrschen das ganze Jahr über etwa 11 °C
    • Dauer: Für den Besuch inklusive Führung solltet ihr ungefähr 1–1,5 Stunden einplanen
    • Mit Kindern: Für Kinder ist besonders die Fossiliensuche ein Highlight. In einem Teil der Höhle dürfen sie selbst nach kleinen Schneckenfossilien suchen
    • Sprache: Die Führungen finden auf französisch oder englisch statt. Wir hatten Glück und konnten uns einer englischsprachigen Führung anschließen
    • Unser Tipp: Auch an warmen Sommertagen unbedingt einen Pullover oder eine Jacke mitnehmen – bei 11 °C wird es unter der Erde schnell frisch

    Lust auf mehr Champagne?
    Alle Beiträge über die Champagne findet ihr auf unserer Champagne-Übersichtsseite:

    Wenn ihr einen kleinen Eindruck von der Muschelhöhle bekommen möchtet, schaut euch auch gerne mein Reel auf Instagram an:

  • Vom Niederrhein bis nach Lyon

    Vom Niederrhein bis nach Lyon

    Endlich war es so weit! Unser großes Abenteuer konnte starten: Mit dem Auto ging es vom Niederrhein bis an die Costa Blanca in Spanien. Unser Roadtrip sollte insgesamt 15 Tage dauern und ich hatte im Vorfeld bereits jeweils zwei Zwischenstopps für Hin- und Rückfahrt eingeplant. Unsere erste Etappe führte uns nach Lyon. Bereits früh am Morgen ging es los, denn die Strecke bis Lyon war mit 780 Kilometern doch relativ lang.

    Weil die Fahrt durch Frankreich so reibungslos wie möglich verlaufen sollte, hatten wir uns im Vorfeld ein kleines Gerät – eine Mautbox – für unser Auto besorgt, mit dem wir die Autobahnmaut in Frankreich automatisch bezahlen konnten. Das hat uns tatsächlich einiges an Wartezeit vor den Mautstationen erspart.

    Zum Glück verlief die Fahrt ohne größere Staus und am späten Nachmittag kamen wir schließlich in Lyon an. Und da haben wir direkt den Verkehr einer französischen Großstadt kennengelernt. Ich hatte zuhause auf Google Maps bereits nach passenden Parkhäusern gesucht, wo wir unser Auto für eine Nacht unterstellen könnten.

    Doch auf dem Weg dorthin habe ich mich – trotz Navi – erst einmal verfahren.

    Unser Parkhaus in Lyon

    Nachdem wir unser Auto endlich abgestellt hatten, machten wir uns -bepackt mit Koffer und Rucksäcken- zu Fuß auf in Richtung Hotel.

    Auf dem Weg zum Hotel

    Unser Hotel „La Residence“ lag sehr zentral im Herzen von Lyon, nur wenige Gehminuten vom Place Bellecour entfernt. So konnten wir die Stadt bequem zu Fuß erkunden.

    Hotel „La Residence“

    Nachdem wir im Hotel eingecheckt hatten, machten wir uns sofort auf den Weg. Eigentlich hatten wir vor, typisch französisch essen zu gehen. Aber nach einem langen Reisetag, zwei müden Kindern und Speisekarten, bei denen wir nicht einmal sicher waren, ob die Kinder überhaupt etwas finden würden, entschieden wir uns kurzerhand für Burger. Im Nachhinein war das genau die richtige Entscheidung. Denn satt und entspannt, konnten wir anschließend zurück zum Hotel schlendern und nebenbei Lyon entdecken.

    Straßenhändler in Lyon

    Und mal ganz ehrlich: Wie wunderschön ist bitte Lyon?

    Die Stadt war an diesem Abend so voller Leben, das Wetter war wirklich toll und wir hatten richtig Lust alles zu erkunden. Später haben wir dann erfahren, dass zu der Zeit in Lyon ein Festival stattgefunden hat. Da hat unser Timing wohl perfekt gepasst.

    Plakat Lyon Braderie Festival im Oktober 2025


    Ehrlich gesagt hatte ich überhaupt nicht damit gerechnet, dass mich diese Stadt so begeistern würde. Der Plan war eigentlich ganz einfach: ankommen, etwas zu Abend essen, eine kleine Runde durch die Altstadt drehen und am nächsten Morgen weiterfahren.
    Dass ich mich dann aber so Hals über Kopf in diese wunderschöne Stadt verlieben würde, damit hatte ich tatsächlich nicht gerechnet.
    Wobei mir das ehrlich gesagt öfter passiert. Ich komme an einen neuen Ort – und verliebe mich sofort. Manchmal frage ich mich: Bin ich einfach viel zu leicht zu begeistern? Oder gibt es einfach viel mehr wunderschöne Orte auf dieser Welt, als man je bereisen kann?
    Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem. Und genau deshalb liebe ich das Reisen so sehr.
    Aber das ist vielleicht eine Geschichte für einen anderen Blogbeitrag.

    Chapelle de l’Hôtel-Dieu
  • Ab jetzt geht’s nur noch zum Apero…

    Ab jetzt geht’s nur noch zum Apero…

    Wisst ihr, was ein Apéro ist? Nein? Ich wusste es ehrlich gesagt bis vor ein paar Wochen auch nicht. Das änderte sich erst, als wir zum zweiten Mal meine beste Freundin besuchten.

    Die wohnt nämlich mittlerweile – zusammen mit ihrem Mann – in der Champagne auf einem Boot. Ja, ihr habt richtig gehört: Auf einem 20 Meter langen Hausboot!

    Und da bietet es sich doch an, sie dort für ein verlängertes Wochenende zu besuchen. Vom Niederrhein aus, ist die Strecke auch gar nicht so weit.

    Auf dem Boot meiner Freundin in Condé-sur-Marne

    Anstelle eines Hotels haben wir uns ein Mobilheim auf dem Campingplatz in Châlons-en-Champagne gemietet. Das hat sich als idealer Ausgangspunkt erwiesen, um die Gegend zu entdecken.

    Mobilheim auf dem Campingplatz in Châlons-en-Champagne

    Und in der Champagne gibt es wirklich viel zu entdecken. Bei unserem ersten Besuch im Juli 2025 haben wir Châlons-en-Champagne erkundet, waren in Épernay auf der Avenue de Champagne und sind durch Reims gestreift.

    Avenue de Champagne

    Da wir aber noch lange nicht alles gesehen hatten, sind wir im Juni 2026 ein zweites Mal hingefahren. Meine Freundin war mittlerweile mit ihrem Boot von Condé-sur-Marne weiter nach Cumières gefahren.

    Auch ich habe mal Captain gespielt

    Und genau dort – in Cumières- habe ich den Apéro kennengelernt.

    Aber was ist ein Apéro eigentlich?

    Meine Freundin hatte uns erzählt, dass am Freitagabend ein Apéro auf dem Dorfplatz in Cumières stattfinden sollte. Das hat uns natürlich neugierig gemacht, weshalb wir hingefahren sind. In Frankreich ist ein Apéro nämlich viel mehr als nur ein Getränk vor dem Essen. Man kommt zusammen, steht mit einem Glas in der Hand auf dem Dorfplatz, unterhält sich, probiert regionale Spezialitäten und genießt einfach den Abend.
    Genau das hat uns so begeistert. Überall standen Menschen an Stehtischen, die Winzer schenkten ihren Champagner aus, dazu gab es Käse, Baguette und Wurst. Es war überhaupt nicht schick oder steif – sondern locker, herzlich und typisch französisch. Einfach ein Dorffest, nur halt mit Champagner. Man kam ganz unkompliziert mit den Menschen ins Gespräch – wahrscheinlich auch deshalb, weil meine Freundin dort wohnt – und man hatte sofort das Gefühl, in die Dorfgemeinschaft aufgenommen zu sein.
    Für uns war dieser Abend wirklich  ein besonderes Erlebnis. Nicht wegen des Champagners, sondern wegen der besonderen Atmosphäre und der herzlichen Menschen. Genau so stellt man sich einen Sommerabend in Frankreich vor.

    Apéro auf dem Dorfplatz von Cumières

    Mal sehen, ob wir im nächsten Jahr wieder auf dem Dorfplatz von Cumières mit den lokalen Winzern anstoßen werden. Denn eines ist sicher: Ein Apéro gehört für uns ab sofort einfach zu einem Besuch in der Champagne dazu!

    Lust auf mehr Champagne?
    Alle Beiträge über die Champagne findet ihr auf unserer Champagne-Übersichtsseite:

    Wenn ihr einen kleinen Eindruck von der Champagne bekommen möchtet, schaut euch auch gerne mein Reel und das Highlight auf Instagram an: