Kategorie: Reisen

  • Kann man Urlaub vom Urlaub machen brauchen?

    Kann man Urlaub vom Urlaub machen brauchen?

    Klingt es komisch, wenn ich sage, dass ich Urlaub von unserer Art Urlaub zu machen brauche?

    Im August 2026 stand ich auf Sylt in der Küche unserer Ferienwohnung und räumte die Spülmaschine aus. Und plötzlich war da dieser Gedanke: Ganz ehrlich? Ich habe da gerade überhaupt keine Lust drauf!
    Und dann kam auch direkt das schlechte Gewissen, weil ich doch im Urlaub war und glücklich sein müsste. Ich war auf Sylt, konnte jeden Tag ans Meer. Andere Menschen können sich so einen Urlaub überhaupt nicht leisten – und ich stehe hier und beschwere mich über eine Spülmaschine?

    Die Küche in unserer Ferienwohnung auf Sylt

    Und dann kam mir direkt ein weiterer Gedanke: Vielleicht brauche ich nicht Urlaub vom Urlaub, sondern einfach mal wieder eine andere Art Urlaub? Keine Ferienwohnung, sondern ein Hotel mit Buffet, wo ich wirklich mal entspannen könnte und NICHT die Spülmaschine ausräumen müsste.

    Wir sind auf Sylt auf dem Weg zum Strand

    Und ich glaube, ich war ehrlich gesagt auch ein bisschen von Urlaub an der Nordsee genervt. Wir waren bereits den zweiten Sommer in Folge in den Sommerferien auf Sylt und im Jahr davor waren wir in den Niederlanden an der See. Immer im Hochsommer, immer im August. Und dieses Jahr war das Wetter etwas durchwachsen. Es war teilweise echt kühl und regnerisch.

    Unsere Wäsche hängt auf Sylt im Regen

    Und dann war da dieser Gedanke in mir: Boah, ich will jetzt einfach in Spanien am Pool liegen und nicht im Regen in einer Ferienwohnung sitzen! Ich möchte so richtig Sommerurlaub machen.

    Kinderpool im Hotel Fuerteventura Princess

    Denn eine Sache ist mir in diesem Urlaub zusätzlich noch aufgefallen. Es liegt nämlich überhaupt nicht daran, dass ich Sylt plötzlich nicht mehr schön finde oder keine Lust mehr habe, einen Roadtrip an die Costa Blanca zu machen. Ich merke nur einfach, dass ich immer häufiger daran denke, wie entspannt unsere Urlaube auf Fuerteventura oder Gran Canaria waren. Wir hatten zum Beispiel im Maspalomas Princess auf Gran Canaria im März 2024 All-Inclusive gebucht und es war einfach so schön, dass ich nicht ständig im Kopf hatte: Was essen wir heute Abend? Was müssen wir noch eben schnell einkaufen? Wer räumt den Küchentisch nach dem Frühstück ab? Das sind alles Fragen, die ich mir jeden Tag zuhause stelle. Aber möchte ich das auch im Urlaub?

    EDEKA Parkplatz in Grainau

    Wobei ich sagen muss, dass ich beim Einkaufen tatsächlich einen Unterschied machen würde. Wenn wir in Frankreich, Italien oder Spanien im Urlaub sind, gehört der Einkauf für mich irgendwie sogar ein bisschen zum Urlaub dazu. In Frankreich oder Spanien liebe ich es, durch einen Carrefour zu laufen und landestypische Produkte zu entdecken. Wusstet ihr zum Beispiel, dass man im Carrefour in der Champagne Regale voll mit verschiedenen Champagnersorten findet? Bei uns im heimischen EDEKA sind die gefühlt 3 verschiedenen Champagnerflaschen in einer Vitrine eingeschlossen. Wir haben auch schon im Iperal am Comer See ewig vor einem Regal mit Ölivenöl gestanden, weil wir mit der riesigen Auswahl etwas überfordert waren. In solchen Situationen fühlt sich das für mich weniger nach Alltag an, weil der Einkauf irgendwie ein Teil des Urlaubs wird.
    Auf Sylt oder in Grainau fühlt sich das für mich anders an. Da gehe ich zu Rewe und EDEKA und kaufe die selben Sachen, die ich auch zu Hause am Niederrhein kaufen würde. Das ist dann eben nicht „Oh, guck mal, was es hier gibt!“, sondern einfach: Wir brauchen Milch, Klopapier und irgendwas fürs Abendessen…
    Vielleicht ist das auch der Grund, warum sich eine Ferienwohnung im Ausland für mich noch einmal anders anfühlt als eine Ferienwohnung in Deutschland. Dort gehören selbst solche alltäglichen Dinge für mich ein Stück weit zum Entdecken dazu. In Deutschland bleiben sie eher das, was sie zu Hause auch sind: Alltag.

    Und vielleicht brauche ich gar keinen Urlaub vom Urlaub machen, sondern möchte mir einfach mal wieder zu jeder Zeit im Hotel ein Getränk holen können und mich danach wieder auf meine Liege am Pool legen…

    Ich hole Getränke im Maspalomas Princess auf Gran Canaria
    Restaurant im Fuerteventura Princess

    Auf Instagram gibt es übrigens auch einiges zu entdecken:

  • Urlaubssouvenirs – brauche ich das wirklich oder kann das weg?

    Urlaubssouvenirs – brauche ich das wirklich oder kann das weg?

    Einmal Hand hoch bitte, wer aus jedem Urlaub völlig unnützes Zeug mit nach Hause bringt: 🙋‍♀️
    Ja, ich gehöre definitiv dazu. Andere Menschen bringen schöne Erinnerungen und tolle Fotos aus dem Urlaub mit nach Hause. Ich natürlich auch. Aber zusätzlich brauche ich anscheinend noch den materiellen Beweis dafür, dass wir wirklich dort gewesen sind.
    Und deshalb besitzen wir inzwischen ungefähr drei Millionen Kühlschrankmagnete, diverse Tassen und noch so einige andere Dinge, bei denen man sich durchaus fragen könnte: Braucht man das wirklich?
    Die Antwort ist recht simpel: Nein! Natürlich nicht. Dass ich diese Dinge trotzdem alle unbedingt haben möchte, ist ja eine andere Sache.

    Starbucks Tasse aus Mailand

    Wie das mit den Souvenirs überhaupt angefangen hat

    Eigentlich hat meine Leidenschaft für völlig unnötige Urlaubssouvenirs schon angefangen, als ich noch ein Kind bzw. Jugendliche war. Damals waren es allerdings noch keine Kühlschrankmagnete, sondern Postkarten.
    Aus jedem Urlaub habe ich Postkarten mitgebracht und irgendwann angefangen, sie in ein Album zu kleben. Dieses Album besitze ich tatsächlich bis heute – und natürlich habe ich auch später weiterhin Postkarten aus unseren Urlauben mitgebracht und diese haben nun ihre Daseinsberechtigung in meinen unzähligen Urlaubsfotoalben gefunden.

    Postkarten von überall

    Irgendwann reichten mir die Postkarten aber anscheinend nicht mehr.
    2018 kamen aus unserem Urlaub auf Lanzarote die ersten beiden Kühlschrankmagnete mit nach Hause.

    Meine ersten beiden Kühlschrankmagnete

    Und damit nahm das Unheil seinen Lauf.
    Seitdem bringe ich aus jedem Urlaub mindestens einen Magneten mit. Wobei „mindestens einen“ spätestens seit unseren Roadtrips eine ziemlich großzügige Formulierung ist.
    Denn das Problem an einem Roadtrip ist: Man ist ja nicht nur an einem Urlaubsort.
    Man fährt nach Lyon – braucht einen Magneten.
    Weiter nach Cambrils – braucht einen Magneten.
    An der Costa Blanca angekommen? Natürlich brauchen wir Villajoyosa. Und Benidorm. Und Elche. Und Alicante.
    Auf dem Rückweg noch Valencia? Magnet.
    Roses? Magnet.
    Und wenn man dann in Dijon auch noch diese niedlichen Magnete mit den Eulen entdeckt, kann man die ja wohl schlecht liegen lassen.
    Und zack: 500 neue Magnete.

    Meine Magnetsammlung

    Und ja! Da ich offensichtlich eine neue Magnetwand brauche, wohnen die neusten Magnete bis dahin in einer Schüssel in meiner Küche…

    Aber natürlich blieb es nicht bei Magneten…
    Denn ich wäre nicht ich, wenn es bei Postkarten und Kühlschrankmagneten geblieben wäre.
    Und zum Glück zieht mein Mann da auch ziemlich gut mit und entdeckt unterwegs ebenfalls den ein oder anderen Souvenirschatz, der unserer Meinung nach unbedingt mit nach Hause muss.
    So sind im Laufe der Jahre neben unseren ungefähr drei Millionen Magneten noch diverse andere Urlaubserinnerungen bei uns eingezogen. Manche davon durchaus praktisch. Andere … nun ja. Sagen wir einfach: Sie erinnern uns an einen schönen Urlaub. Das reicht als Daseinsberechtigung vollkommen aus. 😂

    Einige Teile haben ihren Platz in unserem Souvenirsregal im Wohnzimmer gefunden.

    Verschiedene Mitbringel aus Europa

    Andere stehen davor…

    Capsule aus der Champagne

    Und wieder andere fristen ihr Dasein in unserem Küchenschrank.

    Tassen aus Grainau, aus der Champagne und vom Comer See

    So haben wir im Laufe der Zeit einen beachtlichen Fundus an Urlaubsschätzen aus Europa mit ins heimische Wohnzimmer gebracht.

    Und auch wenn wir natürlich keinen einzigen dieser Urlaubsschätze wirklich brauchen, möchte ich sie trotzdem nicht missen. Denn inzwischen erzählen unsere Magnetwand, das Souvenirregal und sogar unser Küchenschrank ein kleines Stück unserer Reisegeschichte.
    Und deshalb wird wohl auch aus unserem nächsten Urlaub wieder irgendetwas völlig Unnötiges mit nach Hause kommen. Die einzige Frage ist eigentlich nur: Wohin damit?

    Falls ihr noch weitere Eindrücke haben möchtet: